Netzwerkmanagerin Romy Lauer
Netzwerkmanagerin Romy Lauer
In unserer LEADER-Region werden verschiedene Projekte zur Stärkung des ländlichen Raums umgesetzt. Eines dieser Projekte spricht eine sehr aktuelle gesellschaftlich relevante Thematik an, nämlich die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Romy Lauer arbeitet seit August 2018 als Netzmanagerin an dem Projekt „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region“ mit.
Wir haben mir ihr über ihre Arbeit und den Fortschritt im Projekt gesprochen:

 

 

 

Frau Lauer, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen stellt eine große Herausforderung dar. Worum geht es genau in dem Projekt „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region“? Welche Ziele möchte man konkret erreichen?

Das Projekt hat zum Ziel, die ambulante Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu sichern und widmet sich u.a. der Gewinnung, Förderung und Begleitung des ärztlichen Nachwuchses, der idealerweise in der Region beschäftigt bleiben soll. Zusätzliche Ziele sind die Gestaltung der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Ärztinnen und Ärzte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Intensivierung der Zusammenarbeit, z.B. durch Kooperationen.


Sie probieren das allein oder welche Akteure arbeiten an dem Projekt noch mit?

 

Die Stadt Bocholt hat das Projekt initiiert und sich die Städte Rhede und Isselburg sowie das Ärztenetz BOHRIS e.V. als starke Projektpartner mit ins Boot geholt. Bereits seit 2013 besteht die Zusammenarbeit zwischen den drei Kommunen und mit Ärztinnen und Ärzten, 2016 wurde das Ärztenetz gegründet. Die bereits bestehenden Beziehungen zu anderen Akteuren im Gesundheitsbereich, wie z.B. anderen Netzen oder der Klinikum Westmünsterland GmbH, sollen im Rahmen des Projekts weiter ausgebaut und neue Kontakte geknüpft werden.

Was haben Sie bisher schon umgesetzt, um Nachwuchskräfte zu gewinnen, zu fördern und zu begleiten? Welche weiteren Maßnahmen wurden im Rahmen des Projekts noch umgesetzt? Können Sie uns da schon etwas nennen?

 

Am 11. April 2019 wurde ein Kooperationsvertrag mit der Klinikum Westmünsterland GmbH unterzeichnet, worüber sich alle Projektpartner sehr freuen. Der Vertrag beinhaltet gemeinsame Fortbildungen, einen gemeinsamen Auftritt auf Veranstaltungen sowie ein „Rundum-sorglos-Paket“ für den medizinischen Nachwuchs während der Famulatur, des Praktischen Jahres (PJ) und der Weiterbildung zum Facharzt. Dem Nachwuchs soll im ambulanten sowie im stationären Bereich eine fachlich hochwertige Ausbildung, Unterkunft und Mobilität aus einer Hand geboten werden. Um dieses Paket gemeinsam zu bewerben, wurde es bereits auf Veranstaltungen, wie z.B. der Fort- und Weiterbildungswoche der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe auf Borkum oder dem PJ-Tag der Universität Duisburg-Essen, vorgestellt. Zusätzlich haben wir Gespräche mit Universitäten geführt, die das „Rundum-sorglos-Paket“ bewerben können. Aktuell fand ein Termin mit der Universität Duisburg-Essen statt, bei dem wir mit einer Vertreterin der Fachschaft einen ersten Kontakt knüpfen konnten.
Auftaktveranstaltung zum Qualitätszirkel
Auftaktveranstaltung zum Qualitätszirkel
"Rundum-Sorglos-Paket"
“Rundum-Sorglos-Paket”
Unterzeichnung Kooperationsvertrag
Unterzeichnung Kooperationsvertrag

Um einen fachlichen und kollegialen Austausch für Medizinische Fachangestellte (MFA) zu schaffen, wurden Qualitätszirkel gegründet. Nach einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Januar 2019 konnten bereits im März zwei Qualitätszirkel starten. Die MFA aus Haus- und Facharztpraxen treffen sich einmal im Quartal, um fachliche Fragen und Probleme aus ihrem Praxisalltag zu besprechen und Tipps auszutauschen. Es freut mich sehr zu sehen, wie motiviert und engagiert die Teilnehmerinnen sind.


Was steht bei Ihnen nun als Nächstes an, welcher Projektbaustein steht vor der Umsetzung?

 

Wir planen derzeit für den Herbst eine Impfaktion, die in die Aa-Region ausstrahlen soll. Außerdem möchten wir Maßnahmen zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit zu einer häufig auftretenden Krankheit in der Region umsetzen. Des Weiteren arbeiten wir momentan an der Finalisierung einer gemeinsamen Homepage, die voraussichtlich im Juni 2019 fertiggestellt sein wird.


Am Ende möchte ich gerne noch einmal auf das LEADER Programm zurückkommen.
Was haben Sie für Erfahrungen mit dem Programm LEADER gemacht? Kannten Sie dieses Förderprogramm vor Ihrem Stellenantritt? Ist die LEADER-Thematik in der Projektdurchführung (Mittelabrufe, Berichte etc.) für Sie schwer umsetzbar oder können Sie andere Personen auch ermutigen, ein LEADER-Projekt durchzuführen?

 

Ich kannte LEADER noch nicht, bevor ich die Stelle hier in Bocholt angetreten habe. Da ich in meiner vorherigen Position als wissenschaftliche Mitarbeiterin aber bereits Anträge für EU-Förderungen geschrieben und in einem EU-Projekt als Projektmanagerin gearbeitet habe, kannte ich die allgemeinen Abläufe eines Förderprojekts bereits. Der erste Bericht und der erste Mittelabruf brauchen etwas Zeit, aber die Nächsten gehen viel leichter von der Hand. Der bürokratische Aufwand ist allerdings teilweise relativ hoch, wenn man vom Originalplan abweicht.

 

Alles weiteren Informationen, Details und den Zeitplan hinter diesem Projekt finden Sie hier. 

Copyright Bilder
Romy Lauer: © Stadt Bocholt,
Unterzeichnung Kooperationsvertrag: © Ärztenetz BOHRIS e.V., Klinikum Westmünsterland GmbH,
Auftaktveranstaltung Qualitätszirkel: © Romy Lauer, Stadt Bocholt
03.06.2019: Interview mir Romy Lauer zum Fortschritt im Projekt „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region“