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• AKTUELL: Genehmigt durch die LAG •

 Die Kulturlandschaften in Nordrhein-Westfalen und auch in der Region Bocholter Aa weisen aufgrund der vielfältigen natürlichen Gegebenheiten und ihrer Nutzung eine hohe Arten- und Lebensraumvielfalt auf. In den letzten Jahren hat die Biodiversität jedoch immer weiter abgenommen. Biodiversität umfasst dabei die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt und die Vielfalt an Lebensräumen (Ökosystemvielfalt).

 

… auf einen Blick …
Ziel Projektträger Kosten Förderhöhe Laufzeit
Die Schaffung eines kommunal zusammenhängenden grünen Korridors zur Förderung der Biodiversität in der gesamten Region Bocholter Aa LAG Bocholter Aa EUR384.615,00
50 %  24 Monate

Bezogen auf die Artenvielfalt sind zum Beispiel folgende Arten bedroht: Schmetterlinge, Wildbienen/ Bienenvölker, aber auch bedrohte Vogelarten wie z. B. Goldammer, Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche. Eine abnehmende Population hat zum Teil große Auswirkungen: So sind z.B. Bienen größtenteils für die Bestäubung zahlreicher Obst- und Gemüsesorten verantwortlich. Ein Aussterben der Bienen hätte dementsprechend Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung der Menschen.

Die Gründe für den Rückgang sind dabei vielfältig: Neben der Erderwärmung und dem Klimawandel tragen eine intensive Landwirtschaft und die Zerstörung naturnaher Lebensräume, zunehmende Versiegelung von Flächen und zu wenig umweltbewusstes Verhalten der Menschen zur Gefährdung der Biodiversität bei. Dabei stehen auch die Kommunen in der Pflicht, ihren Beitrag für eine Sicherstellung der Artenvielfalt in der Region Bocholter Aa zu gewährleisten.

An diesem Punkt setzen Inhalte und Zielrichtungen dieses Projektes an. In der gesamten LEADER-Region „Bocholter Aa“ sollen vorrangig auf Flächen im öffentlichen Eigentum Maßnahmen ergriffen werden, welche die Biodiversität nachhaltig fördern. Dieses erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, in dem neben allen 5 Kommunen auch der Kreis Borken sowie insbesondere Vertreter aus der Landwirtschaft, aus der Umwelt sowie Wasser- und Bodenverbände eingebunden werden.

Die Umsetzung des Projektes ist dabei in folgenden Phasen geplant:

A) Bestandsaufnahme & Überprüfung von Flächen

Konkrete Maßnahmen:

  •  Auswertung von Luftbildern und Kartenmaterial,
  •  Klärung der aktuellen Nutzung der Fläche (bestehende Verträge, vertragliche Regelungen),
  •  Überprüfung der Fläche vor Ort incl. Ermittlung Istzustand Arteninventar und Entwicklungspotential
  • Eignung der Fläche und Maßnahmenoptionen
  • Dokumentation der Flächen in einem kommunal übergreifenden GIS und Rückkoppelung mit dem Kreis Borken.

B) Maßnahmenplanung

Konkrete Maßnahmen:

  • Überprüfung Planungsvorgaben (Planungsrecht, Naturschutzrecht, Landschaftsplanung)
  •  Definition von Maßnahmenkategorien
  • Maßnahmenbeschreibung (Art, Umfang, Durchführungszeitpunkt, Pflege)
  • Klärung der Generierung von Ökopunkten für geplante Maßnahmen
  • Ermittlung von Spenderflächen für Mahdgutübertragung,
  • Kostenkalkulation, Ermittlung Pflegeaufwand,
  • Klärung der Möglichkeit einer interkommunalen bzw. interdisziplinären Maschinen- und Pflegegemeinschaft

 

C) Maßnahmenumsetzung

Konkrete Umsetzung der Maßnahmen vor Ort:

  •  Herrichtung der Fläche und Bodenvorbereitung, Anpflanzungen, Aussaat, Mahdgutübertragung, etc.,
  •  Definition und Erprobung von ökologischen Pflegestandards hinsichtlich Gewässer-, Gehölz- und Wegrandunterhaltung.

 

D) Maßnahmenkontrolle und Pflegemaßnahmen

Konkrete Inhalte sind:
Vorbereitende Arbeiten, örtliche Kontrolle, Fotodokumentation, Aufnahme von Pflegehinweisen, Einpflegen ins GIS, etc.

E) Intensive Öffentlichkeitsarbeit

Für diese Maßnahmen sollen insbesondere das gesamte Wirtschaftswegenetz der Kommunen sowie die sonstigen Flächen im öffentlichen Eigentum von Isselburg bis Velen (Straßenbegleitgrün, Wegerandstreifen, Bankette, Gewässerrandstreifen, Böschungen, Grünland, Feuchtgrünland, Gewässerauen, Eschlagen etc.) in einem noch zu bestimmenden Korridor betrachtet werden. Vorrangig sollen Flächen im öffentlichen Eigentum betrachtet werden, vereinzelt können auch private Flächen hinzugezogen werden.
Ziel dabei ist es, Flächen zu räumlichen und inhaltlichen Einheiten zu bündeln.
Zur Umsetzung kommen können z. B.
  •  Entwicklung krautreicher Säume oder Blühstreifen durch Sukzession, Einsaat, Mahdgutübertragung und/oder Pflegeoptimierung
  • Anlage von Hecken, Baumreihen, anderen Gehölzstrukturen
  • Stärkung des Biotopverbundes durch Vernetzung von Biotopen.

Bei der Umsetzung sind dabei die unterschiedlichsten Rahmenbedingungen zu beachten und in die jeweiligen Planungen und Umsetzungen einzubeziehen:
EU-Prämienrecht, Klärung der Eigentümer- und Nutzungsverhältnisse, Hochwasserschutz, Gewässerunterhaltung, Generierung von Ökopunkten, Vermeidung von Nutzungskonflikten mit z.B. der Landwirtschaft.

Daher bedarf es einer ausreichenden Personalausstattung über 2 Jahre, wobei von Anfang der Aspekt „Nachhaltigkeit“ in die weiteren Planungen einfließen muss. Es wird von einer Teamstärke von 3 Vollzeitkräften für die Koordinierung und Umsetzung ausgegangen, deren Mitglieder sich hinsichtlich Erfahrung und Kenntnis aus den Bereichen Ökologie, Verwaltung und Projektmanagement, sowie Landwirtschaft zusammensetzen sollten.

Projektziele:

Ziel des Projektes ist die Schaffung eines kommunal zusammenhängenden grünen Korridors zur Förderung der Biodiversität in der gesamten Region Bocholter Aa. Im Sinne eines Pilotprojektes wird dabei konzeptionell ein interkommunales Umsetzungs- und Pflegekonzept erarbeitet, welches über den Durchführungszeitraum des Projektes hinaus weiterhin kooperativ betrieben werden soll. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem der Übertragbarkeit und Anwendung auf weiteren Flächen dienen. So sollen Anreize für Grundstückseigentümer zur Umsetzung auch auf privater Fläche geschaffen werden.

Darüber hinaus sollen durch das Projekt Ökopunkte für die beteiligten Kommunen generiert werden. Dabei soll in der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit auch eine touristische Aufbereitung der Themen Hochwasserschutz, Gewässerunterhaltung sowie Landschafts- und Artenvielfalt erfolgen. Durch diese Form der Umweltbildung soll das Thema „Biodiversität“ erlebbar und erfahrbar gemacht werden und dem Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken

Projektträger/Ansprechpartner:

LAG Bocholter Aa, Alexander Jaegers
02561 – 917169-0 / regionalmanagement@leader-bocholter-aa.de

 

 

Bitte beachten Sie: Das Projekt ist noch nicht von der Bezirksregierung Münster bewilligt und befindet sich daher auch noch nicht in der Umsetzung.

Biodiversität – Grüner Faden durch die LEADER-Region