Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

• AKTUELL: Genehmigt durch die LAG •

 

Bereits im Jahr 2012 wurde durch die KVWL (kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe) darauf hingewiesen, dass die hausärztliche Versorgung in der Region Bocholter Aa aufgrund der demografischen Entwicklung sowohl bei den Ärztinnen/Ärzten als auch bei den Patient/innen/en gefährdet ist. Angesichts dieser Fakten haben sich Ärztinnen/Ärzte und die drei Kommunen Bocholt, Rhede und Isselburg zu einem gemeinsamen Vorgehen für eine lebenswerte Region entschieden. Die medizinische Versorgung soll als eine wichtige Säule der Daseinsvorsorge für die Region sichergestellt werden.

… auf einen Blick …
Ziel Projektträger Kosten Förderhöhe Laufzeit
Durch das Ärztenetzwerk BOHRIS soll eine sichere medizinische Versorgung der Patienten in den Städten Bocholt, Rhede und Isselburg erreicht werden.
Die Arbeitsbedingungen der Ärzte soll gleichzeitig attraktiv gestaltet werden, so dass auch ärztlicher Nachwuchs gewonnen und gefördert werden kann.
Ärztenetz BOHRIS e.V.
Im Piepershagen
46395 Bocholt
EUR 112.970,-
65 % ca. 27 Monate

Das Thema medizinische Versorgung betrifft die ganze Region, da es von grundsätzlicher Bedeutung für die Infrastruktur einer Region ist. Wo keine medizinische Versorgung sichergestellt werden kann, gibt es keine Neuansiedlung von Firmen und keine Neuansiedlung von Bürger/innen. Eine solche Region wird von der Bevölkerung als nicht lebenswert wahrgenommen. Über die notwendige allgemeine ärztliche Versorgung hinaus wird durch dieses Projekt auch der Wirtschaftsstandort gestärkt. Im Rahmen der Fachkräftesicherung und -gewinnung ist die ärztliche Versorgung ein zentrales Thema in der Unternehmerschaft. Somit ist die gesicherte ärztliche Versorgung ein wesentlicher Standortfaktor, der sich positiv auf die regionale Wirtschaft auswirkt.

Da die Stadt Bocholt in Zusammenarbeit mit den Städten Rhede und Isselburg sich schon früh mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann dieses Projekt auch für andere Kommunen Ausstrahlungscharakter haben. Das Landesministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ist schon auf die Aktivitäten von BOHRIS und die damit verbundene Unterstützung durch die Städte Bocholt, Rhede und Isselburg aufmerksam geworden, und hat das Engagement als beispielhaft bezeichnet. Ein Mehrwert wird durch eine verbesserte Kommunikation, Kooperation, abgestimmte Absprachen bei bestimmten Krankheiten, effektivere Versorgungslösungen z.B. bei der Pflegeheimversorgung und durch ein gemeinsames Auftreten gegenüber der KVWL (Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe) für die Region erreicht. Hierbei ist BOHRIS jedoch zunächst nur der Anfang. Von den Erfahrungen mit BOHRIS und natürlich auch mit der Gründung und Vernetzung weiterer Ärztenetze profitiert die gesamte LEADER- Region.

Am Ende dieses Projektes soll das Ärztenetz BOHRIS ein fester Bestandteil in der ambulanten Versorgung in der Region sein. Es sollen möglichst alle ambulant tätigen Ärztinnen/Ärzte Mitglied im Ärztenetz sein. Weiterhin soll die Zertifizierung durch die KVWL erfolgreich vorbereitet sein, damit das Ärztenetz dann auch unabhängig von der finanziellen Unterstützung der Städte Bocholt, Rhede und Isselburg arbeitet.

Auf Dauer soll durch das Ärztenetz eine sichere medizinische Versorgung der Patient/innen/en in den Städten Bocholt, Rhede und Isselburg erreicht werden, und dies bei guten und attraktiven Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen/Ärzte. Da die Zukunft der medizinischen Versorgung weiblich wird, sind nachhaltige familienfreundliche Strukturen in den Kommunen der Region vorzuhalten.

Projektziele:

  • Sicherstellung der ambulanten Versorgung
  • Gewinnung, Förderung und Begleitung des ärztlichen Nachwuchses
  • Verbesserung der kollegialen Zusammenarbeit
  • Gestaltung der Fort- und Weiterbildung der Ärztinnen/Ärzte und Mitarbeiter/innen
  • Schaffung neuer Versorgungslösungen
  • Initiieren und Intensivieren der Zusammenarbeit mit Kooperationen
  • Effizienzsteigerung der täglichen ärztlichen Arbeit und dadurch die Möglichkeit, steigende Patientenzahlen zu bewältigen und mehr Zeit für jede/n einzelne/n Patient/in/en zu gewährleisten.

Damit diese Ziele auch umgesetzt werden können, ist ein professionelles Management des Netzes erforderlich. Hierbei ist es wichtig, dass ein/e ständige/r Ansprechpartner/in für die verschiedenen Zielgruppen, wie z.B. Haus- und Fachärztinnen/Haus- und Fachärzte, Weiterbildungsassistent/innen/en, Vertreter/innen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Krankenkassen, Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeheimen, Bürger/innen (Patient/innen/en), und natürlich auch für die Mitglieder des Vorstandes erreichbar ist.

Diese/r Ansprechpartner/in sollte nicht nur eng mit den drei Kommunen zusammenarbeiten. Sie/Er sollte auch in der Lage sein, das Ärztenetz zu managen, Impulse zu geben, sowie die erforderlichen Prozesse systematisch voran zu bringen, und dies unter Einbindung der unterschiedlichsten Zielgruppen wie z.B. Haus- und Fachärztinnen/Haus- und Fachärzte, Weiterbildungsassistent/innen/en, Vertreter/innen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Krankenkassen, Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeheimen, Bürger/innen (Patient/innen/en) und natürlich auch  den Gremien und Arbeitsgruppen des Ärztenetzes.

Projektträger / Ansprechpartnerin: Verein „Ärztenetz BOHRIS“ / Elisabeth Böing (02871/953-461 · Elisabeth.Boeing@mail.bocholt.de)

Projektpartner:

 

Bitte beachten Sie: Das Projekt ist noch nicht von der Bezirksregierung Münster bewilligt und befindet sich daher auch noch nicht in der Umsetzungsphase.

(Vorschaubild oben: @ Bruno Wansing, bocholt.de)

 

 

Projekt: „Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region“